Systemische vs. systematische Organisationsentwicklung – warum beides zählt!

Viele gemeinnützige Organisationen setzen bei ihrer Weiterentwicklung vor allem auf systematische Ansätze: Struktur, Prozesse, Ziele. Diese Methoden bieten Klarheit, Planungssicherheit und messbare Ergebnisse – wichtige Vorteile, wenn es um die Kommunikation mit Fördergebern oder die Umsetzung von Projekten geht.

Doch gerade werteorientierte Organisationen, die stark intrinsisch motiviert arbeiten und oft auf ehrenamtliches Engagement bauen, stehen vor einer besonderen Herausforderung: Der eigentliche Stolperstein liegt häufig nicht auf der rationalen Ebene (systematisch), sondern auf der Beziehungs- und Kultur-Ebene (systemisch).

Die systemische Organisationsentwicklung betrachtet Wechselwirkungen zwischen Menschen, Kultur, Machtstrukturen sowie Sinn- und Wertfragen. Diese Aspekte prägen das Miteinander in Organisationen und spielen gerade im gemeinnützigen Sektor eine zentrale Rolle. Die Herausforderung: Unbewusste Muster, unausgesprochene Erwartungen oder festgefahrene Denkweisen bleiben oft unbeachtet, wenn der Fokus ausschließlich auf strukturellen Maßnahmen liegt.

Herausforderung

Viele Nonprofits setzen vor allem auf systematische Ansätze, weil sie messbar, greifbar und auch leichter zu kommunizieren sind. Das ist verständlich und absolut legitim – gerade wenn es um Ziele, Projekte oder den Umgang mit Fördergebern geht. Aber genau hier liegt auch ein Risiko: Werden kulturelle und beziehungsbezogene Dynamiken ignoriert, können Spannungen und Missverständnisse unentdeckt bleiben.

Warum ein hybrider Ansatz sinnvoll ist

Die größten Erfolge entstehen, wenn beide Ebenen zusammenspielen. Systemische Ansätze helfen, verborgene Dynamiken sichtbar zu machen und tragfähige Beziehungen zu entwickeln. Systematische Methoden bieten die Struktur, um daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten und nachhaltig zu verankern.
Ein bewusster Mix aus beidem ermöglicht es, sowohl klare Strukturen zu schaffen als auch die weichen Faktoren zu berücksichtigen, die im Nonprofit-Bereich oft besonders stark ausgeprägt sind.

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